Paganini´s...

Sie haben die Wahl:
Motto von Paganini, dem Kater:
"Es lebe die totale Subjektivität des Feuilleton!"

Redaktion: Annette van den Bergh (Freie Autorin, Texterin und Journalistin)

Samstag, 22. April 2017

Das wunderbare Pausenbrot...

...vom nachdenklichen Kater Paganini...

 

Paganini by Paganini´s

LITTLE GREENHORN


Ich bin ein little Greenhorn, ein Nichts-Verwerter, ein Nicht-Vereehrter,
ein kleiner, grüner Hinter-den-Ohren-Nichtiger, ein Nichts-Kann-Er-Großquatscher,
ein kleiner Punkt im Meer der Ehrwürdigen, ein Kein-Wurm

und
Alles Quatsch
Nicht einmal DAS!

Ich bin ein little Greenhorn, kein Außerirdischer mit großen Augen und nicht mit  langem Dino-Schwanz, ich bin nicht aus der Gattung der Marienkäfer, kein Blattlaus-Vertilger,
keine Unrat-braucht-Unrat-Kreatur, kein Vampyr, wie die Spinne im Netz

und
Einfach so
Ohne jeden Sinn in der Welt!

Ich bin ein little Greenhorn, rühme mich, ein Verehrer des einzigen Lama zu sein,
einer, der den großen Wagen fahren kann, der irgendwann mal im Licht erstrahlt,
ein jeder sieht mein little Greenhorn im heiligen Kosmos, kein Stern in der Tat,

doch
Allzu wahr
Trotz all dem: Gibt es mich!





Wir, die Paganini´s-Redaktion,  hoffen, dass des Katers Midlife-Crisis baldige Linderung findet!

Donnerstag, 13. April 2017

Das wunderbare Wort...

...zum gelungenen Ostersonntag (...diesmal bereits an Karfreitag...)!

Nach langer, nachhaltiger Diskussion über den einzig möglichen Beitrag zum 
Sonnen-Aufgangs-Fest namens "Ostern", kamen wir, die Paganini´s, aus der 
Endlosschlaufe nicht heraus...

Mit anderen Worten: wieder einmal Blixa Bargeld und Teho Teardo


"Ich bin dabei"






Eine wunderbare "Auferstehung" wünschen die Paganini´s!





P.S.: Unsere nächste Auferstehung per Post findet am 5. oder 6. Mai statt!

Samstag, 8. April 2017

Der wunderbare Buchanfang: XIX. Teil

"Ein Buch, das nicht mit einem Paukenschlag anfängt, lese ich nicht!"
(Zitat von Paganini, dem Kater)

Die Paganini´s-Redaktion will sich dieser Polemik nicht zu Hundert Prozent anschließen.
Und doch bleibt es unbestreitbar: Die Verführungskraft der ersten Zeilen eines Buches entscheidet
sehr wohl darüber, ob wir es tatsächlich zu Ende lesen, oder frühzeitig zur Seite legen.

Deshalb in loser Folge bei Paganini´s:
"Der wunderbare Buchanfang!"

Heute, da ein Beginn mit viel "Bumms" und "Rrumms" für eine (sehr seltsame) Liebesgeschichte:


Feridun Zaimoglu, Liebesbrand



1


Es wurde dunkel, es wurde hell, dann aber starb ich. Ein Stoß - mehr brauchte es nicht, um mich zu töten. Ich wurde aus dem Schlaf gerissen, ich wurde aus dem Sitz geschleudert, ich sah, bevor ich auf dem Mittelgang aufschlug, wie der Bordmonitor barst und der Mann auf der anderen Fensterseite im Funkenregen erlosch, ja, auch er bezahlte mit seinem Leben, ich sah den Metallspieß, dem ich entgegenflog, nur für einen kleinen häßlichen Augenblick, dann hüllte mich die Finsternis ein, und ich lag zwischen den Sitzen, hörte wenige Sekunden vor meinem Tod einen Schrei, schloß die Augen. Und ich erinnerte mich: Wenn sich der Mensch für den dunklen Traum schminkt, verbleicht der Glanz.





Cover@Fischer Verlag






Ein eigenartiges Buch, entstanden aus einer eigenartigen "Backgroundwound" (dieser Begriff macht uns stolz, ihn (den Begriff) zu kennen).

Mehr in Wikipedia zum Buch:


Dienstag, 4. April 2017

Neue Erfahrungswelt: Das wunderbare HörTheater...

...von Deutschlandradio Kultur im Heimathafen Neukölln!



Foto@Paganinis

Stellen Sie sich vor, werte Damen, werte Herren, Sie sitzen in einem kleinen, feinen Studio-Theater, das Licht wird gedimmt bis Sie kaum mehr Ihren Sitz-Nachbarn erkennen können. Sie starren - ein Reflex der Gewohnheit - gebannt auf die Bühne, doch auch diese bleibt dunkel und leer. Dafür, wir halten es für Dolby Stereo Surround, pfeffern plötzlich die Lautsprecher Stimmen, Polizei-Sirenen, Telefon-Gebimmel, Schritte, Schnaufen und wieder gesprochene Sätze um Ihre Ohren.

Wenn Ihnen das so ums Gehör fliegt, bis sich auf einmal Alles in Ihnen zu sammeln scheint und Ihnen das Ganze gar sinnhaft wird, dann sitzen Sie mit Sicherheit zum ersten Mal im HörTheater!

Jener Sonntag, an dem uns, der Paganini´s -Redaktion, der freie Wille namens Langeweile zur Hörspiel-Aufführung von Deutschlandradio Kultur in den Heimathafen Neukölln trieb, jener Sonntag sei gesegnet.

Wir wissen nun, es gibt doch immer neue Erfahrungswelten, die es zu entdecken gilt. Selbst wenn man diffus zu wissen glaubte, was ein Hörtheater sei. Schließlich haben auch wir schon szenischen Lesungen beigewohnt und Hörbücher im Schrank. Wer kennt nicht mittlerweile die Hörfassungen vom guten, alten "Tatort", die in den Mediatheken zum Anklicken bereit stehen.

Doch nun, im HörTheater sitzend, müssen wir uns zunächst von all diesen Vorstellungen verabschieden, die unsere Aufnahmefähigkeit des akustisch Dargebotenen blockieren:

1. Nein, es sitzen oder stehen keine Sprecher auf der Bühne. Alles kommt vom Band.
2. Nein, mit der Hörfassung von Fernsehfilmen hat das nichts gemein. Es gibt keinen "Erzähler" aus dem Off, der (für die visuelle Vorstellungskraft) stimulierende Erklärungen oder Beschreibungen hinzugibt.

Es gibt nur gesprochene Sprache, Geräusche und dann und wann Musik und Töne.

An diesem Sonntag hat uns der Zufall (als Komplize von freiem Willen und Langeweile) in ein knapp 60minütiges Kriminal-Hör-Spiel von Dirk Josczok geführt. Ein typischer, professionell aufgezogener Krimi, wie man ihn sich qualitativ vom Öffentlich Rechtlichen erwartet. Psychologisch nachvollziehbar entwickeln differenzierte Charaktere vor unseren Ohren eine Geschichte. Diese beginnt mit einem tödlichen Geschehen und endet mit dessen Auflösung.

Das, was uns zunächst als Manko erscheint, wird im Laufe des Erlebnisses zum großen Plus:
Die Beschränkung auf den einen Sinn, das Ohr, zwingt zur Konzentration und bringt eine  Aufmerksamkeit mit sich, die in diesen Zeiten wohltuend als Entschleunigung und Entschlackung (von Überflutung) empfunden wird.

Die abschließende Podiums-Diskussion unter der Leitung von Vito Pinto, Autor und FU-Dozent in Sachen "Hörspielkunst", bringt es auf den Punkt:

"Im gut gemachten HörTheater fehlt nichts!"
Für ihn steht das Hörspiel als eigenständige Kunstform zwischen szenischer Inszenierung und Literatur.

Wir sind zu diesem Zeitpunkt des Abends sowieso schon angefixt...




...und gehen irgendwann wieder...zum Heimathafen Neukölln ins Hörtheater ---> 


Montag, 27. März 2017

Der Kater hat nur dran genascht:

"Wilde Maus" von Josef Hader!



@CC


Nein, wir, die Paganini´s, sind noch nicht in "Elle" vom Verhoeven gewesen.

Der liebe Gott hatte Anderes mit uns vor. Das Schicksal war eventuell dagegen.
Und manchmal, wir gestehen, ist der Zweitname vom lieben Gott, von Fatum und 
vom Schicksal einfach "Die große Bequemlichkeit". 

Denn Die hat uns dazu verführt, darauf zu warten, dass "Elle" endlich in unser einziges
Kiez-Arthouse-Kino um die Ecke der Paganini´s-Redaktion einzieht.

Das hat sie aber nicht getan.
Wir haben das rasch auf Gott und Schicksal geschoben und sind dann, an einem Sonntag-Nachmittag, in "Wilde Maus" vom Hader gelandet.

Wir hätten an diesem Sonntag, an dem wir uns KINO in den Kopf gesetzt hatten, auch noch optional in "Toni Erdmann" gehen können. Da wollten wir auch schon seit geraumer Zeit hin, weil da ja auch ALLE hingehen oder bereits hingegangen sind.
Aber wir wollten an diesem Sonntag am Nachmittag ins Kino und Toni Erdmann gab es erst zum Abend.

Also "Wilde Maus".
Immerhin lief die im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale.
Und immerhin - zum Zweiten - spielt da auch der Georg Friedrich mit. Und der hat immerhin auf der Berlinale den Bären als bester Darsteller erhalten. Zwar für einen anderen Film. Aber immerhin!

Und den Josef Hader schätzen wir, weil man den nur schätzen - wenn nicht gar lieben - kann.
Dies Nuancenreiche seines Spiels, diese Tragik in der Komik, mei, ein Intellektueller halt.
Und darum geht es ja auch schließlich in "Wilde Maus".
Um einen Intellektuellen in der Not, einen midlifecrisis-geschüttelten Intellektuellen in der allerhöchsten Not.
Und "Bumms" gibt es auch ein Mal im Film.
Und der kommt aus einer Pistole, die der Hader mit zitternden Intellektuellen-Fingern hält.
Und danach missglückt ein Selbstmord im Schnee. Und Keiner fragt sich, wie es soweit kommen konnte. Dass der Hader nach "Bumms" und Selbstmord dann doch noch "nackert in einem fremden
Auto" landet. 
Aber mehr soll hier nicht verraten werden. 
Denn mehr ist gar nicht so recht zu verraten. 
Die Musik ist aber klassisch. Und schön. Und die Schauspieler, alle zusammen, hat man lieb, irgendwie! 

Aber es hätte nicht zwingend sein müssen. 
Der Film. Dieser Sonntag im Kino. An einem Nachmittag. 

Das nächste Mal überlassen wir - zumindest in Sachen Cinema - nichts mehr dem lieben Gott!



Samstag, 11. März 2017

Der wunderbare Streit im Hause...

...von Paganini, dem Kater und seiner Redaktion...



http://lapiedradesisifo.com/2013/05/28/dal%C3%AD-atomicus-de-philippe-halsman/



Paganini (P), der Kater:
Nun lasst uns doch einfach in den Diskurs hinein gleiten, in die Dialektik so zu sagen...

Redakteurin und Redaktion (R):
In welchen Diskurs, wozu Dialektik, es ist doch ALLES gesagt worden, in den Feuilletons der Stadt, zum "Faust", zum Castorf...

P:
Dann fällt uns eben dskursiv gesprochen und dialektisch gedacht noch etwas dazu ein...

R:
Was soll der faule Zinnober. Es war toll. Halt Castorf. Und Crew. 
Wieso waren wir eigentlich nicht beim Peymann. 
Und beim Prinzen von Homburg?

P:
Weil ich es nicht wolte.
Ich bin der Chef!

Paganini, der Kater, schmollt an dieser Stelle vor sich hin...

R:
Was nun?

P:
Nix. Nix mehr. 
Es ist ja ALLES von ANDEREN bereits gesagt worden.

Ich bin ein Auslaufmodell. 
Nun kommen die Dercons. 
Und wie sie heißen wollen...

R:
Ach, Herr Paganini, Hauptsache wir waren im "Faust". 
Das können wir mitnehmen.
Ins Jenseits!

P:
Ich hab noch 2 Leben.
Mindestens.
Ihr könnt mich mal, ALLE!




Tatsächlich ist alles gesagt worden, was zu Castorf´s "Faust" zu sagen ist.

Das war berauschendes Theater. 

Das Leben lohnt!


Freitag, 3. März 2017

Das wunderbare Wort...

...zum verkaterten Sonntag nach Castorfs "Abschieds"-Inszenierung
FAUST (I u. II)!


Ein Gleiches/Goethe/Blixa Bargeld



Wir besuchen den siebenstündigen Marathon erst später, bereiten uns aber Heute bereits mental darauf vor.
Natürlich ist das Ganze ein "Must Do" der Berliner Theaterbegeisterten, aber eben dennoch auch eine Theater-Herausforderung für Ungeduldige (schwarze Kater).

Wie schön ist es, sich an einem noch verschlafenen Sonntag bereits dem alten Herrn Goethe mit
Hilfe eines zweiten Meisters der Dekonstruktion zu nähern.


Einen wunderschönen, herrlich faulen Sonntag mit Blixa Bargeld und
"Ein Gleiches"
wünschen die Paganini´s!



Nachtrag: Berückt berauschte Kritiken zumeist, zur Premiere/Derniere.
Letztlich wird Castorf mit seiner Volksbühne geliebt. 
Dercon sollte einmal niederknien, in Anerkennung derselbigen und dann aufstehen. Die "Volksbühne", das steht fest, wird nicht neu.
Sie wird umbenannt werden müssen. 
Wenn authentisch.  
Und dann fehlt was. 

Auch wenn es was Neues gibt!