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Donnerstag, 7. Juni 2012

Protokoll-aus-Schnitt!

"Menschenlichter im Tollhaus": Golo der Maler. Protokoll VII.


Erwin Olaf by Marco Derksen @flickr




Den Verstrickungen zwischenmenschlicher Bindungen, bin ich bisher noch immer, mit einer erträglichen Schramme entkommen!
Dieses Privileg habe ich nicht hart erkämpfen müssen.
Meine Kunst hat mir geholfen und mich gehalten. 
Auserkoren zu höherer Liebeserlesenheit, gehöre ich mittlerweile ganz mir und der Malerei! Natürlich hat es in meinem Leben Frauen gegeben.
Es wird auch immer wieder Frauen geben.
Nein, ich gehe nicht herzlos und ohne Tiefe an die Sache namens Liebe heran.
Mir genügen allerdings eine bestimmte Anzahl von Tagen, Wochen, Monaten oder auch Jahren, bis mir die ganze Geschichte ausschließlich bedrohlich erscheint.
Zur Bedrohung ausgesetzt, sind sowohl meine Freiheit als auch diverse Facetten meiner Künstlernatur. Eine einzige Beziehung, kann meiner komplexen Persönlichkeit, nicht ausreichenden Spielraum zur Verfügung stellen.
Jede Frau und jede Beziehung hat an ganz bestimmte Anteile in mir appelliert und andere negiert. So erscheint mir der spezifische Blick einer Frau  als Teilamputation und Kastration.
Es ist nicht schön, in diesen Metaphern zu fantasieren.
Aber die Wahrheit ist da, wo sie nun einmal ist!
Ich bin Golo, der Maler, und mittlerweile als Endvierziger fast ein Star in der internationalen Kunstszene geworden. Die Frau, mit der ich mich zur Zeit hin und wieder treffe, heisst Carlotta. Sie ist interessant, erfolgreich und einäugig. Ich finde es beruhigend, dass diese Frau, in keiner Hinsicht, ein Interesse an einer gemeinsamen  Zukunftsplanung zu haben scheint. Sie ist eine eigenartige Mischung aus Scheu und Exhibitionismus. Sie gibt sich trotz ihrer Faszination keinerlei Mühe, mich an ihr haften zu machen. Die Widrigkeiten des Lebens scheinen an dieser mysteriösen Person abzuperlen, wie das Wasser am Fisch.
Klara dagegen liebe ich noch immer! Doch ich treffe mich nicht mehr mit ihr. Ich vermute eine tiefgreifende Liebesunfähigkeit in ihrer Person, der ich mich in der Meinigen nicht gewachsen fühle. Ihre Tiefe und Selbstreflektion kommen aus ihrem Beruf. Ich hatte nie das Bedürfnis, mich auf eine Therapie-Coach zu legen. Ich habe auch keine Lust, von einer Frau durchschaut und seelisch entkleidet zu werden. Klara hat mich von sich fort analysiert. Dennoch liebe ich sie.
Ich weiß, dass sie  Angst gehabt hat, mich bedingungslos zu lieben.
Aber Liebe kennt keine Bedingungen!
Ich lache laut in den weißen Raum hinein, dass es hallt. Ich liebe die Weite meines Ateliers. Ich weiß, dass ich selbst weit entfernt davon bin, die hohe Kunst reiner Liebe, in Dauer, zu praktizieren. Ich stehe in meinem Atelier vor meiner leeren Leinwand.
 Hier bin ich frei. Hier bin ich Gott.
Hier bin ich Kind.
Hier atme ich wahres Glück.
Ich bin der Herr und erschaffe gleich eine neue Welt!
Der erste Klecks Farbe auf der Leinwand  ist bereits richtungsweisend. Dann folgt Klecks für Klecks und Spachtel für Spachtel und Ebene für Ebene!
Das Bild allerdings trage ich längst in mir, wie ein Schwangerer.
Ich lache erneut und freue mich über meine einsamen, gedanklichen Spielereien ohne Publikum.
Es gab einmal eine Frau, die  von mir schwanger geworden ist. Sie liebte mich einfach.
Sie liebte mich als Künstler. Sie liebte mich als Mann. Sie hat mir manche Eskapade verziehen.
Sie hat an sich und mich geglaubt.
Genauer: Sie hat mit sich gerungen, wieder und wieder, um weiter an mich und sich glauben zu können. Sie heißt...


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