Paganini´s...

Sie haben die Wahl:

Samstag, 8. Dezember 2012

Black Rider in Delirium!

Willkommen, Bienvenue, Welcome...!


Come on along with the Black Rider
We'll have a gay old time
Lay down in the web of the black spider
I'll drink your blood like wine
So come on in
it ain't no sin
take off your skin
and dance around in your bones

So come on along with the Black Rider
We'll have a gay old time





Unsere geliebte Schaubühne hat Paganini´s zu sich gelockt - erneut - und gezeigt, dass ihr der
BLACK RIDER im neuen Gewand gut steht!

Aus der Volkssage vom FREISCHÜTZ, die schon Carl Maria von Weber zu der gleichnamigenOper inspirierte, entwickelte US-Regisseur Robert Wilson das Musical THE BLACK RIDER. 

Die Songs steuerte Rocklegende Tom Waits bei, und die Texte stammen von niemand geringerem als William S. Burroughs, dem Kultautor der Beatgeneration. 


Nun also galoppiert er, neu eingekleidet von Friederike Heller und begleitet von Musikern der Band Kante und The Notwist, psychedelisch wiehernd über die Berliner Bretter!
Black Rider in Delirium!
Der Reigen um Liebe, Tod, Teufelspakt und Teufelszeug zeigt inhaltlich einmal mehr, dass des Schriftstellers Stoff oftmals aus der Erfahrungs-Schatz-Kiste des eigenen Lebens stammt.

Burroughs Fluch und Segen bei der Umarbeitung des "Freischütz" zum "Black Rider", findet sich in der Verarbeitung eines biografischen Traumas: Im Drogenrausch erschoss der Autor seine Frau Joan Vollmer Adams, in dem eigenwilligen Versuch, die Apfelszene aus Wilhelm Tell nachzustellen.

Zitat: Ich sehe mich zu dem erschreckenden Schluß gezwungen, daß ich ohne Joans Tod nie Schriftsteller geworden wäre...!
Im Skript ist es nun die vom Teufel gelenkte Kugel, die zum Tode von Käthchen/Joan führt. 

"Und die Kugel trifft immer den, den sie treffen will!" 
Ob Kugel in der Flinte, oder Psycho-Kügelchen, das auf der Zunge zergeht, der Schuss aus Teufels-Pakt geht gern daneben! Und macht hier und heute Spass! Und Bumms! 

Die Regisseurin befreit sich vom Über-Ich Wilson ohne Krampf. 
Als Reminiszenz an den großen Kollegen - natürlich - am Ende der Todes-Schuss dann doch in Zeitlupe. 
Ansonsten: Revue, Zirkus, Gaudi, Lasterhöhle, Tom-Waits-Hut und Schrumm!
Es wird gesungen, gezappelt, getanzt und geschwitzt, ein bisserl gegruselt, geneckt und erschreckt!

Und, liebes Publikum, bitte nicht nachmachen!
Denn: So wie "Marihuana immer zu Heroin führt, so sicher landet die Kugel im Herzen der Liebsten"!

Genug gezwinkert!

Nicht geflunkert das Zitat als Spiel im Spiel:



Joan balancierte ein Wasserglas auf dem Kopf. Sie kicherte, wandte den Kopf zur Seite und sagte:
Ich kann das nicht mit ansehen - du weißt, ich kann kein Blut sehen!
In diesen letzten Worten steckt wahrlich Voraus-Sicht!



Anchors away with the Black Rider
I'll drink your blood like wine
I'll drop you off in Harlem with the Black Rider
Out where the bullets shine
And when you're done
you cock your gun
the blood will run
like ribbons through your hair

So come on along with the Black Rider
We'll have a gay old time






Am Ende dieses Abends in Berlin:
Applaus, Applaus! Für ein schwarz-quietsch-buntes Vergnügen!



Mehr hier: http://www.schaubuehne.de/

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen