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Mittwoch, 6. August 2014

Der wunderbare Buchanfang! XIII. Teil:

"Ein Buch, das nicht mit einem Paukenschlag anfängt, lese ich nicht!"
(Zitat von Paganini, dem Kater)

Die Paganini´s-Redaktion will sich dieser Polemik nicht zu Hundert Prozent anschließen.
Und doch bleibt es unbestreitbar: Die Verführungskraft der ersten Zeilen eines Buches entscheidet
sehr wohl darüber, ob wir es tatsächlich zu Ende lesen, oder frühzeitig zur Seite legen.

Deshalb in loser Folge bei Paganini´s:
"Der wunderbare Buchanfang!"


Diesmal, da so wundersam eigenwillig, Cees Nooteboom, die folgende Geschichte:


  
I


Meine eigene Person hat mich nie sonderlich interessiert, doch das hieß nicht, dass ich auf Wunsch einfach hätte aufhören können, über mich nachzudenken — leider nicht. Und an jenem Morgen hatte ich etwas zum Nachdenken, soviel ist sicher. Ein anderer würde es vielleicht als eine Sache von Leben und Tod bezeichnen, doch derlei große Worte kommen mir nicht über die Lippen, nicht einmal wenn niemand zugegen ist, wie damals.
Ich war mit dem lächerlichen Gefühl wach geworden, ich sei vielleicht tot, doch ob ich nun wirklich tot war oder tot gewesen war, oder nichts von alledem, konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht feststellen. Der Tod, so hatte ich gelernt, war nichts, und wenn man tot war, auch das hatte ich gelernt, dann hörte jegliches Nachdenken auf. Das also traf nicht zu, denn sie waren noch da, Überlegungen, Gedanken, Erinnerungen.
 



Cover@SuhrkampVerlag




Paganini, der Kater, in der Redaktionskonferenz, sehr gewichtig artikulierend:

Scham sträubt sich dagegen,
metaphysische Intentionen unmittelbar auszudrücken;
wagte man es, so wäre man dem jubelnden Mißverständnis preisgegeben...!

Redakteurin, flüsternd zur Redaktion:

Ojeh! Nun hält sich der Chef auch noch für Adorno!



 

Aus Wikipedia:

"Die folgende Geschichte (niederländisch: Het volgende verhaal) ist eine Novelle des niederländischen Schriftstellers Cees Nooteboom, die 1991 als Boekenweekgeschenk veröffentlicht wurde. Die mysteriösen Umstände, unter denen der Protagonist der Geschichte eines Morgens erwacht, verdichten sich zu seinem Übergang vom Leben in den Tod. Auf einer Todesfahrt erinnert er sich seiner Vergangenheit und einer 20 Jahre zurückliegenden Liebe. Die Handlung ist eingebettet in zahlreiche Verweise auf antike Mythen und Motive über das Erzählen, das Reisen und den Tod. In Deutschland verhalf eine Besprechung in der Sendung Das Literarische Quartett dem Buch zu einem großen Verkaufserfolg und dem Autor zu nachhaltiger Popularität".



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