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Donnerstag, 5. November 2015

Der wunderbare Buchanfang! XV. Teil:

"Ein Buch, das nicht mit einem Paukenschlag anfängt, lese ich nicht!"
(Zitat von Paganini, dem Kater)

Die Paganini´s-Redaktion will sich dieser Polemik nicht zu Hundert Prozent anschließen.
Und doch bleibt es unbestreitbar: Die Verführungskraft der ersten Zeilen eines Buches entscheidet
sehr wohl darüber, ob wir es tatsächlich zu Ende lesen, oder frühzeitig zur Seite legen.

Deshalb in loser Folge bei Paganini´s:
"Der wunderbare Buchanfang!"


Heute, da mit wundersamen Blick auf eine Stadt geschrieben:

JM Stim 

Hier ist Berlin


Die Geschenke Berlins sind Zeit und Raum. Menschen, die zum ersten Mal in die Stadt kommen, erkennen diese Geschenke als Erstes und ungeachtet dessen, ob sie sie schätzen oder nicht, sind sie davon zunächst so irritiert wie erstaunt. Während Berlins Angebot an Menschen, Waren und Kultur heute dem jeder Großstadt der Welt entspricht, ist das Tempo, in dem es sie offenbart, ungleich langsamer. Die gleiche Irritation wie über die offenbare Gemächlichkeit, mit der die Dinge hier ihren Gang gehen, befällt den erstmaligen Berlin-Besucher angesichts der ständigen Offenheit seines Blicks. Egal, wo er sich niederlässt, auf der Sitzbank einer Bushaltestelle, auf einer Wiese im Park, auf der Terrasse eines Restaurants oder Cafes: Immer gibt es mindestens einen Winkel, an dem das Auge freie Bahn hat, Orte freilegt, die nahe scheinen, aber in Wirklichkeit weit, weit weg sind. Berlin-Besucher aus anderen großen Städten kommen damit oft nicht zurecht.
Zu sehr haben sie sich an das eingeschränkte Blickfeld von zu Hause gewöhnt, und viele von ihnen schätzen diese Einschränkung, weil sie ihnen Ordnung gibt und Halt. Berlin tut einem diesen Gefallen nicht; es ist, obwohl hinter jeder Ecke der Horizont lauert, unübersichtlich und unlogisch und von, keinem irdischen Punkt aus völlig überschaubar.




Kindle Edition


Der zweite "wunderbare Buchanfang", wenn auch nicht der Offizielle,
da "Vorwort" geheißen,
muss als "Zusatz-Bonus-Material" unbedingt noch hinterdrein:

Alle in diesem Buch beschriebenen Szenen spielen am späten Nachmittag oder am frühen Abend. Nicht nur, weil ich sie zu diesen Zeiten erlebt habe, sondern weil sie mir als einzig gültige Entsprechung für das neue Berlin erscheinen; jene kurzen Stunden, in denen der Tag noch nicht vorbei ist und die Nacht noch alle Versprechen bereit hält. Das neue Berlin hat diese Tageszeiten zu seinem Wesen gemacht. es ist zu jener Art Versprechen geworden, für dessen Einlösung es immer eine Möglichkeit, aber niemals eine Garantie gibt. Es ist die Pflicht seiner Bewohner wie seiner Besucher, nie damit aufzuhören, auf der Einlösung zu bestehen.
-JM Stim


ZUM BUCH GEHTS HIER!


Aus Wikipedia:
Klaus Josef Stimeder (Künstlername JM Stim; * 17. März 1975 in Schärding/Inn) ist ein österreichischer Autor und Journalist, der in den USA (New York und Glassell Park (,Los Angeles) lebt. In Österreich und Deutschland wurde der ehemalige Außenpolitikreporter als Gründer und Herausgeber des Monatsmagazins Datum sowie als Mitverfasser der Biografie 
„Trotzdem. Die Oscar Bronner Story“ bekannt.



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