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Dienstag, 16. Februar 2016

Das wunderbare Recht...

...auf Glück. Berlinale 2016. 


„Wer will, soll glücklich sein, denn morgen ist uns nichts gewiß.“ (Lorenzo di Medici)

Dieter Kosslick hat es ausgerufen, das Motto zur diesjährigen Berlinale, das Motto,  das erst die Gemüter spaltet um (in diesen Zeiten sichtbarer Glücks-Bedrohungen) dann doch zu aller Zufriedenheit als "positive Provokation" Akzeptanz zu finden.

Das Recht auf Glück also treibt uns, die Paganini´s-Redaktion dazu, die einzig treffende Formel,
das große Zitat, die vollkommene Glücks-Philosophie zu finden, um solchermaßen ausgerüstet,
mit-reden, mit-fühlen und mit-denken zu können.

Doch wir versagen im Vorfeld der Recherchen vollkommen an Definition und Metaanalyse von GLÜCK, wählen kurzerhand das geringste Übel aus dem Anekdotenfundus des Internets, werfen uns in Schale und in die Brust und rüsten uns mit oben genanntem Spruch, trägt dieser doch Wahrheit und Interpretationsfreiheit gleichermaßen in sich.

Berlinale, wir kommen!
Und: Berlinale, wir wollen! 



Potsdamer Straße/Buchhandlung By Paganini´s
 
Glücklich sein, was sonst!
Den Film unserer ersten Wahl, mit dem eher unglücks-schwangeren Titel "The End" haben wir jedenfalls nicht sehen können. Mal gab es kein Ticket mehr, mal passte der Zeitplan nicht überein, der vom Festival-Programm und der von uns.

"Aber macht ja nichts" sagten wir uns, das Glück findet sich manchmal genau dort, wo es nicht zu vermuten ist. Und dennoch beschäftigt uns auch in diesem Moment die Frage, welch Zauber wohl im Gesicht von Gerard Depardieu sichtbar ist, in der Szene von der es heißt:

Plötzlich steht eine nackte Frau vor ihm. Ihre Tränen stillen seinen Durst.  


Nun, so soll es nicht sein, uns ruft Shelley im Rahmen des Panorama ins CINEMAXX. Und wir lassen uns Zeit. Ganz viel Zeit und schauen uns um und gönnen uns das wunderbare Recht auf Glück, einfach mal drei Stunden lang auf der Berlinale ab- und herumzuhängen. 

Und so schnappen wir Einiges auf, was an Gesprächsfetzen und Wortkombinationen durch die kalte (draußen) und heiße (drinnen) Berliner Luft am Potsdamer Platz schwirrt:

Der deutsche Film ist ja heuer nicht so stark vertreten, aber was die für ein Glück hat, die Julia Jentsch, gleich 2 Mal auf der Berlinale, obwohl doch 24 Wochen gar nicht so ein großes Tabu verhandelt, wie der Film glauben machen will...

Und dann der Lars Eidinger, immer kess vorne weg. Mal Spängelchen im Haar, mal rot gelackte Fingernägel und dann auch noch ein blanker Popo, aber sowas, das provoziert doch KEINEN mehr, das weiß er doch, das kann er sich doch sparen eigentlich...

Der Jude Law, elegant und schlank auf dem roten Teppich, ein Genius hier bei uns, hier in der Berlinale. Ja, Stars sind diesmal genug, die Streep, die Dunst, der Clooney, da kann KEINER meckern, da sei kein Glamour, nur Nieselregen und kaltes Grau, nee, da kann keiner meckern...

Ganz famos, gleich vielerorts das Gedenken an Bowie, im Open House in der Audi-Lounge, ganz umsonst, richtig Party und dann Der Mann, der vom Himmel fiel im Friedrichstadtpalast und die Tilda Swinton hat sinngemäß gesagt, was zu sagen ist: 

WIR KÖNNEN ALLE SEHR GLÜCKLICH SEIN ZUR SELBEN ZEIT MIT DIESEM MANN AUF DER ERDE GELEBT ZU HABEN...!

Dies Recht auf dies Glück zumindest gehört exklusiv nur uns, den Inkarnierten zu Bowies Zeiten!



Sony Center By Paganini´s
 
 
Mit dieser Gewissheit schlendern wir noch mal durchs Sony Center, nirgendwo sonst verströmt die Berlinale eine solch urbane Kälte wie hier. Urbane Kälte in Kombination mit
Science Fiction-Unwirklichkeitsgefühlen wohlgemerkt, mitten in der Wirklichkeit.

Hier ist ein Ort wie ein Ort in einem Film. Doch ihm fehlt jede beglückende Wirkung, da eben KEINE Fiktion!

In diesem Moment allerdings ist es der richtige Ort, scheint es uns, für eine Berlinale, bei der uns zum ersten Mal von Sicherheitskräften die Taschen durchwühlt werden und ein Ganzkörper-Scan durchgeführt wird, bevor wir die eine oder andere Absperrung wie eine Grenze übertreten dürfen.
Ein Ort wie ein Science-Fiction nur keine Fiktion. 2016 eben!

„Wer will, soll glücklich sein, denn morgen ist uns nichts gewiß.“

Wir sind gerüstet. Für Hier und für Jetzt und für Morgen.
Das Recht auf Glück ist uns sicher. Wir leben in einem Land mit dem Recht auf Kino!

Dass das andernorts nicht zwingend der Fall ist, wissen wir nun von der Berlinale.

Die Komödie "Barakah Yoqabil Barakah" ließ nicht nur den Kölner Stadt-Anzeiger das
GLÜCK vermuten:

"Angesichts der Tatsache, dass es in Saudi-Arabien weder Filmindustrie noch Kinos gibt, sind die bloße Existenz als auch der Umstand, dass der Film auf der Berlinale zu sehen ist, Anlaß zur Freude."

Ja, so findet Jeder das Glück, das er sucht und das er verdient, 
Hier auf der Berlinale 2016!
Und wir verschwinden im Schwarz des Kino-Saals.
Shelley wartet. HORROR!


Uns klopft das Herz bis zum Hals und wir sind glücklich und gucken den Film.
Pssssst, nicht rascheln...!



Berlinale 2016 ist noch nicht vorbei und wir berichten erneut!

Übrigens hat unsere alljährliche "verlässliche Quelle" aus Kritiker-Kreisen berichtet,
dass bis Jetzt "24 Wochen" und "Genius" ganz oben stehen, in der Beliebtheit der Kritiker-Kreise. 
Als gebrannte Kinder geben wir das nur weiter und halten uns mit eigenen Tipps bedeckt...!

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