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Donnerstag, 21. April 2016

Der wunderbare Buchanfang XVII. Teil:

"Ein Buch, das nicht mit einem Paukenschlag anfängt, lese ich nicht!"
(Zitat von Paganini, dem Kater)

Die Paganini´s-Redaktion will sich dieser Polemik nicht zu Hundert Prozent anschließen.
Und doch bleibt es unbestreitbar: Die Verführungskraft der ersten Zeilen eines Buches entscheidet
sehr wohl darüber, ob wir es tatsächlich zu Ende lesen, oder frühzeitig zur Seite legen.

Deshalb in loser Folge bei Paganini´s:
"Der wunderbare Buchanfang!"

Diesmal Raul Zelik, Berliner Verhältnisse, Unterschichtenroman,
weil Berliner Verhältnisse auch nicht mehr das sind, was sie mal waren:


I. KAPITEL, IN DEM MARIO FEST-
STELLEN MUSS, DASS ES IN SEINER
KÜCHE ZU LAUT IST


Ob Midlife oder Quarterlife - jeder Idiot sucht heutzutage nach einem Anlass, um sich auf die Couch zu legen, einen auf gedankenschwerer Hermann Hesse zu machen und ausgiebig von einem quälenden Gefühl der Leere zu berichten. Dabei geht es zu, wie auf dem Psychohühnerhaufen: Während die einen finden, das ewige Drogeneinpfeifen führt doch zu nichts, träumen andere von aufregenden Clubnächten, gehen Zigaretten kaufen und kehren nie wieder nach Hause zurück. Manche bekommen Panikattacken, weil sie mit Kombi, Ehefrau und Nachwuchs in einem Vorstadteigenheim angekommen sind, andere hingegen drehen am Zeiger, weil der Reihenhausgarten nach New-Economy-Krise und Ölpreiserhöhung in unerreichbare Ferne gerückt zu sein scheint. Und die Lebensstil-Zeitschriften für Sie und Ihn, die es grundsätzlich am besten wissen, streicheln die Seelen ihrer Leser mit Exklusivaufmachern über die neue Orientierungslosigkeit:
Das Leben ist zum Hürdenlauf ohne Hürden geworden.
Wie hoch soll ich springen? Wie hoch ist gut genug?
Eigentlich hätte der ganze Lebenskrisenirrsinn problemlos an Mario vorbeiziehen können...



Cover@blumenbar


"Wie schön, dass es dieses Buch gibt! "Berliner Verhältnisse" für ewig in der Unabänderlichkeit fest gehalten.
In Zeiten, in denen Prenzlauer Berg "Neustuttgart" heißen könnte und Neukölln
bald zu "Neuprenzlberg" wird, tut das, was hier geschrieben steht, einfach gut!"
(Paganini´s-Redaktion)




Raul Zelik ließ sich 2005 durch ein - mit Detlev Buck geschriebenes - Drehbuch inspirieren, was wiederum das Maxim-Gorki-Theater zu einer Reihe bewegte, die Motive aus dem Roman
"in die prekäre Wirklichkeit der Berliner Kreativenszene" verlegte."


Mehr zum Autor gibt es hier: http://www.raulzelik.net/

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