Paganini´s...

Sie haben die Wahl:

Donnerstag, 31. März 2016

Der wunderbare Song zum melancholischen Sonntag!

Teho Teardo & Blixa Bargeld
(Mal wieder zum verregneten Donnerstag)



The Beast



From the new album "Nerissimo"
out in april 2016 on Specula Records
www.tehoteardo.com/en/specularecords/





Paganini, der Kater, in der Redaktionskonferenz:

Alle Achtung. Diese Herren.
Sehr, sehr mephistophelisch. Und sehr, sehr faustisch. 
Beides zugleich. Sehr, sehr...

Und Paganini, der Kater, setzt sich vor dem Spiegel (in den Räumen 
der Paganini´s-Redaktion) in Pose und übt sie, die Blixa-Attitude.


Mittwoch, 30. März 2016

Die wunderbare bunte Seite...

...der Gazetten:


"Was steckt WIRKLICH hinter der Pause der Paganini´s - Redaktion?"

Kater Paganini schwer erkrankt? 

Krebserkrankung, Allergie oder Mikroorganismen der bösartigsten Sorte?


Erst David Bowie dann Maja Maranow, Guido Westerwelle, Lothar Späth, Roger Cicero und Genscher...

Kommt nun der Exodus des Literatur-Katers?

Was bringt uns 2016 noch an Hiobs-Botschaften in die Redaktionen?

Ist es im Falle Paganini gar ein Giftgas-Attentat?

 Das neueste Schnappschuss-Foto von DPA lässt nichts Gutes vermuten:
Ein Bild des Jammers: Paganini, der Kater


Der Kater: abgemagert, knochig, verloren und verwahrlost wirkend, fast apathisch und delirierend.


Wird er von der Paganini´s-Redaktion ausgebeutet und vermarktet?

Geht es etwa nur um Geld?

Ist dem Kater Literatur, Kino und Kunst gar "wurscht"?


Wir bleiben dem Skandal auf den Fersen und halten Sie auf dem Laufenden...


So und so ähnlich die Schlagzeilen in den "wunderbaren bunten Seiten" mancher Journale der Journaille!


Wir beobachten den "Skandal" namens "Rufmord" unseres sehr geschätzten Chefredakteurs ebenfalls mit Argus-Augen, und berichten ungeschminkt über neue Entwicklungen
Außerdem bleiben wir transparent und offen.


Tierschutz steht bei uns, den Paganini´s,  an  offensiver Stelle!


(Natürlich sind auch unsere Anwälte über die offensichtlichen Übergriffe öffentlicher Berichterstattung informiert!)



Sonntag, 27. März 2016

Das wunderbare Zusammenleben...

...als Poem!



Und ich sagte: Mond, ich will nicht heulen, ich will Dich reißen...
Und ich sagte: Sonne, ich will nicht neiden, ich will Du sein...
Und ich sagte: Sterne, ich will nicht schauen, ich will fallen...

Und ich sagte: Ich will nicht Kekse stehlen, ich will süß sein...
Und ich sagte: Ich will nicht Kerker kennen, ich will dunkel sein...
Und ich sagte: Ich will nicht quälen, ich will ich selbst selbst sein...

Und ich sagte: Ich will wachsen, und Dich waxen...
Und ich sagte: Ich will glatt sein, und Dich  nicht fühlen...
Und ich sagte: Hygiene ist gut, ...


...Keimfrei ist Alles!




@CC


Frohe Ostern wünschen die Paganini´s!




Freitag, 18. März 2016

Denn wie man sich bettet...

...so liegt man (im Grab)...




Caspar David Friedrich, Friedhof im Schnee @CC



Wohin, Wanderer, zieht es uns, an einem Sonntag, einem grauen Sonntag im November, an dem die Luft lau daher kommt, aber feucht und modrig riecht?

Das fragten sich die Paganini´s, also wir, an einem grauen Sonntag im November in Berlin.
Eine Redaktions-Konferenz stand nicht an und so beschlossen wir (kurzerhand und ganz inoffiziell):

Wir inspizieren einen Friedhof. Irgendeinen unspektakulären Friedhof mitten in Berlin. In einem Bezirk in Berlin allerdings, der sowohl gute als auch schlechte Zeiten kennt und nun aus eher noch schlechteren Zeiten langsam erwacht.

Ein grauer Bezirk also, im manchmal bunten und manchmal sehr grauen Berlin.
Vor allem im November ein sehr grauer Bezirk im unglaublich grauen Berlin.

Wo eine Kirche ist, ist ein Friedhof nicht weit, manchmal zumindest und die von uns gewählte Kirche, deren Kirchturmspitze wir fest im Blick behielten, während wir Kopfsteinpflaster und dazugehörige Gassen mit unserem Schuhwerk zittern machten, schien uns vielversprechend.
So standen wir also alsbald vor einem verwittert aussehenden Tor, das "Zum Gottesacker" (oder so) als Inschrift in seinem Bogen zeigte.

Hurra, wir sind da!
Sagten wir uns.
Was wir hier wollen ist nicht mehr wichtig. Das Sonntags-Ziel ist schließlich (fast) erreicht. Und im Friedhof wollen wir das, was man da als Sonntags-Wanderer so will, nämlich Kontemplation und Besinnung auf Endlichkeit. Das bringen wir ohne viel Brimborium rasch hinter uns.

Gesagt, getan ?

Es ist ein Sonntag im November in Berlin und wir sind noch immer Provinzler genug, um vergessen zu haben, dass in dieser Stadt nicht nur die Kirchen sondern auch die Friedhöfe eigentlich immer der Besucher wehren, also verschlossen sind.

Und dann haben die zu mir gesagt, der Friedhof braucht doch Tage der offenen Tür. Und da habe ich gesagt: Nur wenn ich Personenschutz erhalte!
Und dann hatten wir die Tage der offenen Tür.
Und ich hatte keinen Personenschutz. Und dann kamen die Randalierer.
Und nun bleibt das Tor geschlossen.


Gott sei Dank!
Denken wir, die Paganini´s.
Nur ein Geschlossenes kann exklusiv geöffnet werden!

Gottfried , der eigentlich Erwin heißt (und noch eigentlicher Weder Noch, denn er besteht auf Anonymität) ist der gute Geist, der sich unser erbarmt. Den Schlüssel, riesenhaft, dreht er im Schloss und lässt uns ein in sein Reich.
Sein Ein und sein Alles:

Friedhof ist ein Politikum!

Und:

Offene Worte sind nicht erwünscht. Nicht von dieser Maschinerie. Nicht von dieser Bürokratie.
Nicht von der Friedhofsverwaltung!

Uns dämmert im Grau des Novembers, durch das Ächzen faulender Blätter unter unseren Sohlen:

Kontemplation finden wir Heute nicht. Nicht auf diesem Friedhof an einem Sonntag im November in Berlin!

Und Gottfried der eigentlich Erwin heißt, führt uns.
Auch ein grauer Bezirk, der graue Zeiten kennt, hat Honoratioren mit Familiengruften, Putten, Inschriften und architektonischem Schnickschnack zu verzeichnen.

Ja, das war einmal. Pracht und Prunk. Die Bestattungs-Tradition stirbt aus.
Nun leben wir vom Aldi-Grab. Anonymen-Bestattung oder Massengrab.
Als die mir 6 Urnen an einem Tag brachten, hab ich gestreikt.
Ein bisschen Vorbereitung muss sein. Und ein bisschen Pietät muss sein. Frack und Zylinder.
Und Zeit. Wenn da schon kein Name steht. Aber Friedhof, das ist ein Unternehmen.
Das braucht Verträge mit der Stadt. Wir leben hier vom Armengrab!


Und Gottfried, der eigentlich nicht einmal Erwin heißt, redet sich in Rage.
Aber er redet sich nicht um Kopf und Kragen.

Schreiben Sie darüber, über den Skandal, dass Kirche nicht an Liebe denkt. Wenn es zu Ende geht. Aber ich muss anonym bleiben. Den Ärger, den ich hier mit meiner Einstellung oft habe.
Das war oft kurz vor Kündigung.

Und dann zeigt er, der Gottfried,  uns, den Paganini´s, seinen Lieblingsplatz.

Da ist er, der illegale Tierfriedhof: Hamster, Katze, Hase und Hund. Ich nehme ALLE!
Und ich genieße es so, weil ich weiß, die würden so sauer sein, wenn die das wüssten!

Tier-Begräbnisse für lau!

Wir sehen nur Sand.

Wie schön muss es sein, hier sein Tier in die professionellen Hände des Friedhofs-Arbeiters zu geben!

Das denkt die Redakteurin.

Nix wie weg hier!

Das denkt Paganini, der Kater.

Und auf dem Heimweg singen wir, die Paganini´s,  ganz leicht und recht beschwingt:

Denn wie man sich bettet, so liegt man....











Mehr zum Thema hier->


Wegen diverser Projekte kann es sein, dass der Blog bis ca. Mitte April ohne neuen Post auskommen muss! ...Denn wie man sich bettet, so liegt man....!


Mittwoch, 16. März 2016

Der wunderbare Song... .

...zum gelungenen Sonntag! (Diesmal schon am Donnerstag)

Caetano Veloso: Love for Sale









Die Paganini´s wünschen einen sonnigen Sonntag 
und pausieren wegen anderer Projekte!



Freitag, 4. März 2016

Der wunderbare Buchanfang XVI. Teil:

"Ein Buch, das nicht mit einem Paukenschlag anfängt, lese ich nicht!"
(Zitat von Paganini, dem Kater)

Die Paganini´s-Redaktion will sich dieser Polemik nicht zu Hundert Prozent anschließen.
Und doch bleibt es unbestreitbar: Die Verführungskraft der ersten Zeilen eines Buches entscheidet
sehr wohl darüber, ob wir es tatsächlich zu Ende lesen, oder frühzeitig zur Seite legen.

Deshalb in loser Folge bei Paganini´s:
"Der wunderbare Buchanfang!"


Hier und Heute, da mit wundersamen Blick auf Sprache geschrieben:

Gottfried Benn

Provoziertes Leben



GEHIRNE

"Wer glaubt, daß man mit Worten lügen könne, 
könnte meinen, daß es hier geschähe."

Rönne, ein junger Arzt, der früher viel seziert hatte, fuhr durch Süddeutschland dem Norden zu. Er hatte die letzten Monate tatenlos verbracht: er war 2 Jahre lang an einem pathologischen Institut angestellt gewesen, das bedeutet, es waren ungefähr 2000 Leichen ohne Besinnen durch seine Hände gegangen, und das hatte ihn in einer merkwürdigen und ungeklärten Weise erschöpft.
Jetzt saß er auf einem Eckplatz und sah in die Fahrt:
es geht also durch Weinland, besprach er sich, ziemlich flaches, vorbei an Scharlachfeldern, die rauchen von Mohn. Es ist nicht allzu heiß; ein Blau flutet durch den Himmel, feucht und aufgeweht von Ufern; an Rosen ist jedes Haus gelehnt und manches ganz versunken.
Ich will mir ein Buch kaufen und einen Stift; ich will mir jetzt möglich vieles aufschreiben, damit nicht alles so herunterfließt. So viele Jahre lebte ich, und alles ist versunken. 
Als ich anfing, blieb es bei mir?
Ich weiß es nicht mehr.







Wir, die Paganini´s-Redaktion, besitzen eine zerfledderte Ausgabe dieses Buchs 
vom Ullstein-Verlag.
Unseren Recherchen nach, kann der Band nur noch gebraucht ergattert werden.