Paganini´s...

Sie haben die Wahl:
Motto von Paganini, dem Kater:
"Es lebe die totale Subjektivität des Feuilleton!"

Redaktion: Annette van den Bergh (Freie Autorin, Texterin und Journalistin)

Montag, 25. April 2016

Die wunderbare Gegendarstellung...

...von Paganini, dem Kater!


Chefredakteur Paganini, der Kater, bei der Verlesung
seiner Gegendarstellung vor Medien-Vertretern


Sehr geehrte LeserInnen, sehr geehrte VertreterInnen der Medien,

wer sich selbst erklärt, begibt sich unter seinen Wert!

Dies ist im Umgang mit der - so genannten -  Öffentlichkeit seit jeher meine Devise gewesen.
Die Einen nannten das Arroganz, die Anderen Ignoranz und Weitere Nonchalance.
Indes: angesichts des enormen Medien-Interesses an meinem Wohlbefinden, das in der jüngsten Vergangenheit die bunten Seiten der Journale füllte, fühle ich mich gezwungen, durch erklärende Worte einiges richtig zu stellen.
Um es vorweg zu nehmen: Mir geht es gut, ja, es gab da auch ein reizendes Intermezzo mit einer inzwischen befreundeten Maus und dennoch bin ich angewidert, ja, angeekelt, von so manchem Aspekt, den das Leben als Solches und das Leben als Literatur-Kater mit sich bringt.
Inzwischen aber - für dieses Geschenk bin ich überaus dankbar -  kann ich mit dieser Diskrepanz wieder leben und genießen.

Sie sehen, meine Herrschaften, ich stehe zu dem Versprechen meiner Redaktion, für deren Loyalität ich mich hiermit übrigens ausdrücklich bedanke. Ich stehe also zu dem Versprechen vollkommener Transparenz und Offenheit, auch wenn ich damit der Gefahr erliege, mich selbst weit wichtiger nehmen zu müssen, als mir zukommt.
Und dennoch ist es unübersehbar, dass ich als Katzentier, ausgestattet mit menschlichem Geist, in der direkten Nachfolge der Zentauren stehe:
Erhaben der Kopf in den Himmel ragend, getragen von wilder Kreatürlichkeit.
C`est Moi!

Ausgestattet mit den seismographischen Ur-Instinkten des Tieres verfüge ich über die menschliche Sehnsucht nach Schönheit und deren Gestaltungswillen nach Kultur und formgebender Gesellschaft.
Freiwillig ließ ich einen Teil meiner Triebnatur beschneiden, nicht als Ausdruck meiner Unterwerfung, sondern im Sinne meines ausdrücklichen Wunsches nach Sublimierung und Verfeinerung. (Allerdings und unter uns, das wissen die älteren Herren unter Ihnen nur zu gut, Eros ist beileibe keine Sache reiner Körperlichkeit!)

So wählte ich also aus freien Stücken meine Berufung zum Chef-Redakteur der Paganini´s- Redaktion, mich bindend an menschliche Fragen der Moral und Sittlichkeit.
Mich hingebend an die Illusion der Zivilisation.
Das Dionysische meidend, im Apollinischen schwelgend.
Form als Bastion gegen Natur. Struktur als Schutzwall gegen die Unmittelbarkeit des Ungezügelten.

So ging es viele Jahre gut, bis die Melancholie und der Lebens-Überdruss über mich Gewalt bekamen. Ich erwachte aus meinen Träumen und war ein dicker, schwarzer Kater, der behäbig auf seinem Paradekissen sitzend, über Kunst und Kultur schwatzte!

Nein, die Regenbogenpresse hat nicht Recht! Kein Giftgas-Anschlag steckte dahinter, keine Krebs-Erkrankung und auch nicht die Trauer über den Tod des außerordentlich geschätzten Freundes
David Bowie
, den treuen Begleiter der frühen Berliner Tage.
Und, nein. Die Betty-Ford-Klink verdonnerte mich nicht zum Mord an einem Mäuschen.
Die Maus selbst ist es gewesen, die sich dem, ungut vor sich hin brütenden Kater, näherte und als Spiel-Gefährten anbot. Ein Wunder!

Kein wirklicher Biss, eher ein Kuss auf zartes Fellchen, ein leichtes Knabbern am grauen Ohr des als Beutetier gebrandmarkten Geschöpfes genügten, um das Leben berauschend neu in mir pulsieren zu machen. Ach, Maus. Du rettender Engel!
Inneres Gefängnis und geistige Ketten sprengender Schöpfungsdrang haben sich seit dem in mir ausgebreitet, verleihen meinem Geist Flügel und dem Körper Spannkraft und frische Energie.
Ich fühle mich erneut gesegnet und bereit für mein Amt!

Doch bevor ich mich nun - mit zuckendem Schwanz und glühenden Augen - zu Worten hinreißen lasse, die wieder zu einigen Missverständnissen Anlass geben könnten, versichere ich erneut, dass die Paganini´s den Tierschutz als oberste Priorität immer eingehalten haben und weiter einhalten werden. Das Mäuschen, lebend im wilden Grün des Hinterhof-Gartens unseres Neuköllner Domizils, steht dem Kater gerne ab und an FREIWILLIG als Spiel-Kamerad zur Verfügung, auf das sich dionysische Kraft mit Apolls Geist verbinden darf.

Der Selbst-Erklärung sei hiermit Genüge getan! Unaussprechliches lässt sich nur fühlen!

Am Ende ein Zitat, das in die richtige Richtung dieser diffizilen Vorgänge meiner Seele weist:

"Die moderne Welt mit ihren Krankenhäusern und ihrer Papierhygiene hat diese primitiven Abgründe zugedeckt und sanitär entsorgt, wie sie das auch mit dem Tod getan hat, der früher eine zermürbende Affäre war, die sich zu Hause zutrug.
Es wird eine Unmenge unter den Teppich gekehrt; das Grauen und der Schrecken, die unser Los sind."
(Camille Paglia, Sexualität und Gewalt oder: Natur und Kunst, dtv, S. 53)


Dies ist die erste und letzte Gegendarstellung, die ich verlese.
Das verspreche ich.

Ihr

Paganini, der Kater



Freitag, 22. April 2016

Die wunderbare Matinee...

...zum gelungenen Sonntag:


"Die Leute wollen doch alle Anekdoten hören!"



Und noch einmal: Berliner Verhältnisse.
Diesmal die 80er, die Jahre, von denen der Ruhm und der Ruf des modernen Berlins noch heute lebt. Die Geschichten dieser Jahre sind längst Legende.

Umso kurzweiliger ist es, wenn lebende Legenden erzählen:
"Es war einmal, vor langer, langer Zeit, die Zeit in der man in Berlin "von Nix leben" konnte..."





Großartige, fotografische Dokumentatorin dieser Zeit ist Esther Colton. 
Wir durften sie eine Zeit lang kennen. 
Nie könnte sie anders heißen als "Esther".

Donnerstag, 21. April 2016

Der wunderbare Buchanfang XVII. Teil:

"Ein Buch, das nicht mit einem Paukenschlag anfängt, lese ich nicht!"
(Zitat von Paganini, dem Kater)

Die Paganini´s-Redaktion will sich dieser Polemik nicht zu Hundert Prozent anschließen.
Und doch bleibt es unbestreitbar: Die Verführungskraft der ersten Zeilen eines Buches entscheidet
sehr wohl darüber, ob wir es tatsächlich zu Ende lesen, oder frühzeitig zur Seite legen.

Deshalb in loser Folge bei Paganini´s:
"Der wunderbare Buchanfang!"

Diesmal Raul Zelik, Berliner Verhältnisse, Unterschichtenroman,
weil Berliner Verhältnisse auch nicht mehr das sind, was sie mal waren:


I. KAPITEL, IN DEM MARIO FEST-
STELLEN MUSS, DASS ES IN SEINER
KÜCHE ZU LAUT IST


Ob Midlife oder Quarterlife - jeder Idiot sucht heutzutage nach einem Anlass, um sich auf die Couch zu legen, einen auf gedankenschwerer Hermann Hesse zu machen und ausgiebig von einem quälenden Gefühl der Leere zu berichten. Dabei geht es zu, wie auf dem Psychohühnerhaufen: Während die einen finden, das ewige Drogeneinpfeifen führt doch zu nichts, träumen andere von aufregenden Clubnächten, gehen Zigaretten kaufen und kehren nie wieder nach Hause zurück. Manche bekommen Panikattacken, weil sie mit Kombi, Ehefrau und Nachwuchs in einem Vorstadteigenheim angekommen sind, andere hingegen drehen am Zeiger, weil der Reihenhausgarten nach New-Economy-Krise und Ölpreiserhöhung in unerreichbare Ferne gerückt zu sein scheint. Und die Lebensstil-Zeitschriften für Sie und Ihn, die es grundsätzlich am besten wissen, streicheln die Seelen ihrer Leser mit Exklusivaufmachern über die neue Orientierungslosigkeit:
Das Leben ist zum Hürdenlauf ohne Hürden geworden.
Wie hoch soll ich springen? Wie hoch ist gut genug?
Eigentlich hätte der ganze Lebenskrisenirrsinn problemlos an Mario vorbeiziehen können...



Cover@blumenbar


"Wie schön, dass es dieses Buch gibt! "Berliner Verhältnisse" für ewig in der Unabänderlichkeit fest gehalten.
In Zeiten, in denen Prenzlauer Berg "Neustuttgart" heißen könnte und Neukölln
bald zu "Neuprenzlberg" wird, tut das, was hier geschrieben steht, einfach gut!"
(Paganini´s-Redaktion)




Raul Zelik ließ sich 2005 durch ein - mit Detlev Buck geschriebenes - Drehbuch inspirieren, was wiederum das Maxim-Gorki-Theater zu einer Reihe bewegte, die Motive aus dem Roman
"in die prekäre Wirklichkeit der Berliner Kreativenszene" verlegte."


Mehr zum Autor gibt es hier: http://www.raulzelik.net/

Dienstag, 12. April 2016

Die wunderbare bunte Seite...

...der Gazetten:


"Paganini, der Kater, in der REHA..."


"...Back to the Roots is in the Paganini´s-Redaktion back to the Mäuschen..."

"...wie blutig soll es sein, im Hause Paganini´s? 

Eine Maus muss ihr Fell lassen, damit der Chef wieder auf die Beine kommt...!"


"Betty Ford Klinik greift zu drastischen Mitteln:

Töten gegen die Sucht. Töten gegen die Depression.

Töten gegen den Kultur-Fanatismus..."


Der neueste Schnappschuss von G.-Images zeigt Paganini, den Kater, in der REHA:

Gemütlich, fast verträumt sieht er dabei aus:
Die Klinik verdonnert Paganini, den Kater,  zum Mord an einer Maus!


""Ich halte nichts vom Diktat der Poltical Correctness". 

Was einst aus Kater-Munde harmlos klang, ist nun grausame Realität: 

Der Literatur-Kater tötet zum Spaß eine Maus."


"Blutdurst im sonst, ach, so feinsinnigen Hause Paganini´s"


"Aufatmen im Hause Paganini´s

Der Kater bester Dinge...!"




So und so ähnlich die Schlagzeilen in den "wunderbaren bunten Seiten" mancher Journale der Journaille!


Wir beobachten den "Skandal" namens "Rufmord" unseres sehr geschätzten Chefredakteurs ebenfalls mit Argus-Augen, und berichten ungeschminkt über neue Entwicklungen
Außerdem bleiben wir transparent und offen.



Tierschutz (auch Mäuse!) steht bei uns, den Paganini´s,  an  offensiver Stelle!


(Die Gegendarstellung von unserem Chef-Redakteur, der zur Zeit im Urlaub weilt, wird nicht lange auf sich warten lassen! Wir bitten dennoch um Geduld und verlängern einstweilen die Blogger-Pause!)